Terminologiearbeit für Übersetzung, Lokalisierung und Markenkommunikation

Warum Terminologie keine Wortklauberei ist

zappmedia Terminologie-Leistungen

  • Wir analysieren Ihre Texte und Textideen und entwickeln passend zu Textsorte, Fachgebiet und Zielgruppe eine Nomenklatur. Im Nomenklatur-Workflow erkennen wir uneinheitliche oder unklare Begriffe im Ausgangstext. Das Ergebnis ist ein Projekt-Glossar, das Inkonsistenzen schon im Vorfeld vermeidet.
  • Auf Wunsch erstellen und pflegen wir Ihre kundenspezifische Terminologie-Datenbank. Sie bildet eine langfristige Grundlage für konsistente Originaltexte und Übersetzungen.
  • Bei Texten aus Redaktions- und Online-Systemen achten wir sorgfältig auf technische Details: Platzhalter, IDs, Tags, Segmentgrenzen, Sonderzeichen und Formate bleiben intakt. Die sauber erhaltene technische Struktur ermöglicht den problemlosen Re-Import in Ihr System.
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Warum Terminologiearbeit für Übersetzung, Lokalisierung und Markenkommunikation so wichtig ist, zeigt der folgende Überblick.

Terminologien sind kontrollierte Vokabulare. Sie sorgen dafür, dass zentrale Begriffe einheitlich und widerspruchsfrei verwendet werden: in einzelnen Texten ebenso wie in der Kommunikation ganzer Organisationen, bei der Texterstellung wie bei der Übersetzung in andere Sprachen.

Terminologiearbeit schafft Ordnung, beugt Missverständnissen vor und stärkt die Wiedererkennbarkeit von Produkten und Marken. Gute Terminologiearbeit fällt nicht auf. Sie wirkt im Hintergrund, ist aber ein wesentlicher Bestandteil professioneller Kommunikation.

Vereinheitlichung vs. Fragmentierung

Die moderne Terminologiearbeit hat Vorläufer, die mehr als fünftausend Jahre zurückreichen. Bereits um 3200 v. Chr. zeugen lexikalische Listen aus Mesopotamien von Bestrebungen, Wörter systematisch zu sammeln und zu ordnen. Rund 900 Jahre später, um 2300 v. Chr., sind zweisprachige Wortlisten belegt. Je größer, arbeitsteiliger und schriftlicher Gesellschaften werden, desto stärker wächst der Bedarf an verlässlichen Bezeichnungen.

Verwaltung muss Personen, Abgaben, Maße, Berufe und Rechtsverhältnisse eindeutig erfassen können. Handel braucht stabile Namen für Waren, Gewichte und Verträge. Religion, Recht und Wissenschaft sind darauf angewiesen, ihre Lehren und Begriffe über Generationen hinweg weiterzugeben, wenn sie Bestand haben wollen.

Auch moderne Gesellschaften kommen ohne Vereinheitlichung des Sprachgebrauchs kaum aus. Technische Dokumentation, Recht, Diplomatie oder internationale Forschung wären ohne terminologische Standards nur schwer handhabbar. In diesem Sinn ist Terminologiearbeit eine Infrastrukturleistung.

Dem Wunsch nach Vereinheitlichung steht jedoch eine ebenso beständige Tendenz zur sprachlichen Fragmentierung gegenüber. Denn Sprache ist immer auch soziale Praxis:

  • Spezialisierte Tätigkeiten entwickeln eigene Unterscheidungen und Fachsprachen. Sie verdichten komplexes Wissen und beschleunigen die Kommunikation innerhalb einer Fachgemeinschaft.
  • Unterschiedliche Gruppen innerhalb einer Sprachgemeinschaft finden eigene Ausdrucksweisen, um ihre besonderen Wirklichkeiten zu beschreiben, Zugehörigkeit zu markieren und sich von anderen Gruppen abzugrenzen.
  • Dialekte und Soziolekte werden weitergegeben und bleiben bestehen, weil Sprache eng mit Herkunft und Identität verbunden ist.
  • Marketing und Politik verändern Begriffe, weil Wörter nicht nur bezeichnen, sondern immer auch bewerten.
  • Technologische Entwicklungen bringen neue Phänomene und gesellschaftliche Veränderungen hervor. Für sie entstehen konkurrierende Deutungen und Bezeichnungen, bis sich möglicherweise einzelne Begriffe durchsetzen.

Zwischen dem Bedürfnis nach Standardisierung und Eindeutigkeit auf der einen Seite und unvermeidlichen fachlichen wie sozialen Ausdifferenzierungen auf der anderen Seite besteht also eine Spannung. Unternehmen regulieren ihren Sprachgebrauch, um intern Ordnung zu schaffen und nach außen konsistent zu kommunizieren. Dafür nutzen sie zum Beispiel Terminologiedatenbanken und Redaktionssysteme. Produktteams, Märkte und Zielgruppen entwickeln trotzdem weiterhin eigene Differenzierungen; ihre Sprachgewohnheiten verändern sich fortlaufend.

Terminologiearbeit kann Sprachwandel und Bedeutungsvielfalt nicht aufhalten. Sie kann aber für Verständlichkeit sorgen. Wo es erforderlich ist, schaffen terminologische Festlegungen begriffliche Klarheit, Wiedererkennbarkeit oder rechtliche Eindeutigkeit. Wo Textsorte, Zielgruppe und Sprachästhetik Flexibilität verlangen, eröffnet gute Terminologiearbeit zugleich den nötigen Spielraum.

Technische Dokumentation: Präzision vor Eleganz

In technischen Dokumentationen muss Terminologie besonders streng gehandhabt werden. Bedienungsanleitungen, Sicherheitsinformationen, Wartungshandbücher und Produktdatenblätter müssen eindeutig und sachlich zutreffend sein. Deshalb werden identische Objekte in der technischen Dokumentation fast nie mit verschiedenen Vokabeln bezeichnet. Es widerspräche den Grundregeln, ein und dieselbe Sache wegen stilistischer Abwechslung erst „Schalter“, dann „Taste“ und später „Bedienelement“ zu nennen.

Umgekehrt sollte ein einzelner Begriff nie für unterschiedliche Dinge stehen. „Entferne als erstes die Sicherung!“ kann vieles bedeuten. Das Wort „Sicherung“ allein reicht nicht aus, wenn im jeweiligen Kontext eine elektrische Sicherung, ein Splint, eine Transportsicherung oder eine Datensicherung gemeint sein könnte.

In der technischen Dokumentation zählt daher vor allem, dass Aussagen unmissverständlich sind. Sicherheit und Haftungsfragen haben Vorrang. Normen, gesetzliche Vorgaben und branchenspezifische Konventionen geben dafür Orientierung und setzen den Rahmen.

Marketing: Terminologie als Markenarbeit

Im Marketing verschieben sich die Prioritäten. Produktnamen, Leistungsmerkmale und zentrale Botschaften müssen selbstverständlich stimmen. Marketingtexte sollen aber auch überzeugen. Terminologie ist hier eng mit Markenstimme, Positionierung und Zielgruppe verknüpft.

Ein Ausdruck wie performance kann je nach Zusammenhang Leistung, Leistungsfähigkeit, Performanz oder Geschwindigkeit bedeuten. Ebenso möglich sind weitere Bedeutungen wie Ergebnis, Geschäftsentwicklung oder Auftritt. In Bereichen wie IT oder Finanzen bleibt im Deutschen häufig schlicht das Lehnwort Performance stehen.

Welche Lösung die beste ist, hängt nicht nur vom Inhalt ab, sondern auch von der Zielgruppe und vom gewünschten Ton. Zu starre Terminologie lässt Marketingtexte schnell leblos wirken. Zu viel Beliebigkeit wiederum kann die Markenidentität schwächen.

Werbung: Wirkung schlägt Wörtlichkeit

Werbung braucht noch mehr Freiheit. Slogans, Claims und Kampagnenüberschriften lassen sich selten direkt übertragen. Hier geht es weniger um begriffliche Entsprechung als um Wirkung. Ein Wortspiel, ein kultureller Verweis oder ein bestimmter Sprachrhythmus funktioniert in vielen Zielsprachen nicht ohne Weiteres, manchmal auch gar nicht.

Terminologiearbeit bedeutet in der Werbung daher auch, den Rahmen für Kreativität abzustecken. Welche Markennamen bleiben unverändert? Welche Produktversprechen dürfen angepasst werden? Welche rechtlich relevanten Aussagen müssen erhalten bleiben? Innerhalb klarer Grenzen kann eine Übersetzung sehr frei ausfallen. Häufig spricht man in diesem Zusammenhang ohnehin eher von Transkreation als von Übersetzung.

Reportage: Genauigkeit ohne Fachjargon

Reportagen stellen wieder andere Anforderungen. Sie beobachten, erzählen und erläutern, meist für ein breites Publikum. Fachbegriffe können vorkommen, müssen aber sinnvoll eingeführt und verständlich gemacht werden. Außerdem dürfen sie den Lese- oder Redefluss nicht unnötig stören. Die Kunst liegt darin, fachliche Korrektheit und terminologische Genauigkeit mit einer anschaulichen, gut lesbaren Erzählweise zu verbinden.

Textsorten bestimmen die Regeln

Professionelle Terminologiearbeit braucht deshalb immer Informationen über Zweck, Zielgruppe, Medium und Textsorte. Wer diese Faktoren berücksichtigt, kann Texte und Übersetzungen erstellen oder erstellen lassen, die sachlich korrekt, stilistisch überzeugend und für unterschiedliche Medien geeignet sind.

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