Relevanz der Maschinenübersetzung

Computer-aided Human Translation ⇐⇒ Human-aided Machine Translation

Jahrzehntelang war Maschinenübersetzung als Teilgebiet der künstlichen Intelligenz auf militärische Einsatzzwecke beschränkt. Als Interlinearübersetzung diente sie der Ermittlung von Schlüsselwörtern und ungefähren Kernaussagen in abgefangenen Feindesnachrichten. Erst im Zuge der Digitalisierung aller Lebensbereiche fand die maschinelle Übersetzung auch Einzug in viele private und wirtschaftliche Anwendungssphären. Die viel beschworenen Zukunftsperspektiven maschineller Übersetzungssysteme sollten jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich maschinelle Übersetzungen nach wie vor nur für sehr begrenzte Einsatzzwecke eignen.

Linguistisch und ökonomisch sinnvoll ist der Einsatz von Maschinenübersetzung heutzutage vorwiegend nur dann, wenn sehr große Mengen ähnlicher Texte zur internen Weiterverwendung innerhalb kurzer Zeitfristen in die wichtigsten europäischen Sprachen übertragen werden sollen.

Dabei ist in der Regel nur dann mit verwertbaren Ergebnissen zu rechnen, wenn die zu übersetzenden Texte stark vereinfacht und formalisiert sind. Geeignet sind kurze Sätze, die sich auf eine einzelne Aussage beschränken, eindeutig und indikativ formuliert sind und keine komplexen Satzgefüge, Passivkonstruktionen oder Fachbegriffe enthalten. Wenn diese Kriterien erfüllt sind, liefern Übersetzungsmaschinen einen passablen Zwischenstand, der anschließend mit vertretbarem Zeitaufwand von einem Experten, einem sogenannten Post-Editor, nachbearbeitet werden kann.

Für individuell formulierte Texte, bei denen es auf inhaltliche und terminologische Präzision oder sprachliche Brillanz jeder einzelnen Formulierung ankommt, ist eine maschinelle Übersetzung demgegenüber weder linguistisch, noch ökonomisch sinnvoll.

Je spezieller und variationsreicher ein Ausgangstext formuliert ist, desto höher ist der redaktionelle Nachbearbeitungsaufwand beim Post-Editing. Häufig ist das linguistische Ergebnis der Maschinenübersetzung bei diesen Textarten so abwegig, dass sich eine Korrektur aufwändiger als eine Neuübersetzung durch Fachübersetzer(innen) gestaltet. Infolge dessen ist die maschinelle Übersetzung für Marketingunterlagen und werbliche oder literarische Texte ebenso wenig geeignet wie für komplexe Prozessbeschreibungen, Verpackungsvorlagen oder Verträge.

Besonders bei der Übersetzung von juristischen und geschäftsrelevanten Dokumenten sollte die Bedeutung von Zeit- und Arbeitsaufwand hinter weiter reichenden ökonomischen Faktoren zurücktreten. Wenn immer das Risiko von Umsatzeinbußen und Schadensersatzforderungen durch ein falsches Wort, eine Auslassung oder eine sprachliche Ungenauigkeit steigt, rentiert sich die durch den Einsatz maschineller Übersetzungssysteme eventuell erzielte Kosten- und Zeitersparnis nicht. Solche Übersetzungen sollten nicht einer Maschine überlassen werden.

Abgesehen von linguistischen und ökonomischen Erwägungen unterliegt der Einsatz von maschinellen Übersetzungssystemen auch technologischen Beschränkungen. Eine Übersetzungsmaschine muss in regelmäßigen Intervallen mit erheblichem Zeit- und Arbeitsaufwand getestet, angepasst und optimiert bzw. trainiert werden, damit sie die an sie gestellten Anforderungen erfüllt. Der Aufbau und die Pflege eines solchen Systems lohnt sich erst ab großen Mengen ähnlicher Texte für ein spezielles Fachgebiet. Bei geringen, variationsreichen Textmengen steht der technologische Aufwand für die Pflege einer Übersetzungsmaschine in keinem Verhältnis zum erzielten Nutzen. Hinzu kommt, dass maschinelle Übersetzungssysteme für wenig verbreitete Sprachen teilweise nur in sehr begrenztem Umfang oder gar nicht existieren.

Der Einsatz maschineller Übersetzung sollte also im Hinblick auf linguistische, ökonomische und technologische Voraussetzungen gründlich abgewogen werden. Maschinenübersetzungen eignen sich gegenwärtig vorrangig nur für Dienstleister und Sprachenabteilungen, die kontinuierlich große Mengen ähnlicher Texte in einem speziellen Fachgebiet übersetzen. Für andere Anforderungen und Textarten gestaltet sich die maschinelle Übersetzung unter Umständen kostspieliger und unzuverlässiger als die Übersetzung durch Fachübersetzer(innen) und ist insofern nicht empfehlenswert.

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