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Hiragana
Katakana
Besonderheiten einer Japanisch-ÜbersetzungDie ideale Umsetzung sprachlicher Inhalte ins Japanische erfordert neben der eigentlichen Übersetzung ein hohes Maß an Kenntnissen der japanischen Kultur und Gesellschaft. So gibt es viele sprachliche Ebenen, die individuell zum Ansprechpartner gewählt werden. So sind geschlechts- und klassenspezifische Ausdrucksweisen stark ausgeprägt, dazu spiegeln sich hierarchische Beziehungen stark in der Formenlehre und Wortwahl wieder. Darüberhinaus wird im Japanischen vieles nicht direkt zum Ausdruck gebracht, weswegen Erfahrung im Umgang und in der Kommunikation mit Japanern nötig ist, wie sie in der Regel nur Muttersprachler mitbringen. Weiterhin gehört Japanisch zu den wortreichsten Sprachen, da es zahlreiche Vokabeln aus anderen Sprachen übernommen hat.
Geschichte der japanischen Sprache![]() Der Ursprung der japanischen Sprache ist bis heute nicht völlig geklärt. Nachdem die japanischen Inseln in vorgeschichtlicher Zeit, als noch Landbrücken zum Festland existierten, von steinzeitlichen Jägern und Sammlern besiedelt worden waren, drangen ab etwa 300 v. Chr. nordostasiatische kriegerische Stämme über Korea nach Japan vor, die den Reisanbau, überlegene Waffen und die Kunst des Reitens mitbrachten. Sie errichteten Staaten, in denen sie die Führungselite bildeten, vermischten sich aber mit der ansässigen Bevölkerung. So entstand die Urform des Japanischen, die sich strukturell bis heute erhalten hat. Die Verwandtschaft mit dem Koreanischen und dem Ryûkyûanischen, der Sprache der Einwohner Okinawas, ist auch jetzt noch deutlich zu erkennen. Als in der Zeit nach dem 4. Jh. n. Chr. viele chinesische Gelehrte nach Japan kamen und die chinesische Schrift in Japan einführten, etablierte sich Chinesisch als Wissenschafts- und Gelehrtensprache. Zuerst wurden Texte ausschließlich auf Chinesisch verfasst und gelesen, erst allmählich entwickelte man Methoden, das Japanische mit Hilfe der chinesischen Zeichen darzustellen. Diese Entwicklung brachte es mit sich, dass sehr viele Wörter aus dem Chinesischen übernommen wurden. Dies führte zu der erstaunlich anmutenden Tatsache, dass heute aus dem Chinesischen stammende Wörter den größten Anteil des japanischen Vokabulars ausmachen. Auch später wurden im Japanischen immer wieder schnell Fremdworte integriert, so z.B. nach der Ankunft der Portugiesen im 16. Jh. oder seit dem Zweiten Weltkrieg. Die morphologische Struktur des Japanischen als agglutinierender Sprache kommt der Eingliederung von Fremdworten dabei sehr entgegen, da man die Wortstämme unverändert übernehmen und die nötigen grammatischen Morpheme anhängen kann.
Besonderheiten der japanischen Schrift![]() Das Japanische wird prinzipiell mit Silbenschriften geschrieben. Es werden einerseits die Chinesischen Zeichen, Kanji, verwendet, welche nicht direkt die Aussprache sondern die Bedeutung von Wörtern oder Wortteilen wiedergeben, andererseits aus diesen abgeleitete Silbenzeichen, Kana, welche die Aussprache darstellen. Darüberhinaus werden auch Buchstaben des lateinischen Alphabets für einzelne Wörter oder Abkürzungen sowie immer mehr die im europäischen Sprachraum üblichen sogenannten arabischen Ziffern verwendet. Ursprünglich wurde Japanisch wie das Chinesische von oben nach unten geschrieben, die senkrechten Zeilen verlaufen von rechts nach links. Seit der Öffnung Japans gegenüber dem Okzident und der rasanten Modernisierung des Landes in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verbreitet sich auch die waagerechte Schreibung von links nach rechts wie in den europäischen Sprachen immer mehr. Besonders technische Texte werden heute vorwiegend waagerecht von links nach rechts gesetzt, während sich der Senkrechtsatz in Büchern und Zeitungen erhalten hat.
Übernahme der chinesischen Schrift und Entstehung der japanischen Schriften![]() Die ältesten Belege für chinesische Schriftzeichen in Japan sind Gravierungen auf Bronzeschwertern aus dem 3. bis 5. Jh. n. Chr., in dieser Zeit wird Japan auch erstmals in chinesischen Texten erwähnt. Man geht davon aus, dass ab dieser Zeit Gelehrte aus Korea und China nach Japan kamen, die chinesische Wissenschaften, Philosophie und auch die Schrift mitbrachten. Sie dienten unter anderem an den Höfen von Fürsten als Chronisten und Schreiber, weswegen die ersten japanischen erhaltenen Schriftstücke auf Chinesisch verfasst sind. Die Japaner begannen aber im Laufe der Zeit, die chinesischen Zeichen zur Wiedergabe der Aussprache von einzelnen Silben unabhängig von der ursprünglichen Bedeutung der Zeichen zu verwenden. Auf diese Weise konnten sie auch die im Chinesischen fehlenden, im Japanischen aber vorhandenen Flexionssilben darstellen. Diese Zeichen wurden auf zwei grundsätzlich verschiedene Weisen immer weiter vereinfacht, bis aus ihnen die beiden heute üblichen Silben-Lautschriften, die Hiragana und die Katakana entstanden. Der eine Weg der Vereinfachung führte über die in China bereits vorhandene Kursivschrift der chinesischen Zeichen. In dieser „Sôsho“ genannten Schriftform wurden, um die Zeichen leichter und schneller mit dem Pinsel schreiben zu können, mehrere Striche zusammengezogen und die Formen abgerundet. Durch weitere Vereinfachung entstanden hieraus die Hiragana, die zuerst vor allem in der höfischen Literatur und Dichtung Verwendung fanden. Die Katakana dagegen entwickelten sich daraus, nur einen einfachen Bestandteil eines Zeichens anstelle des ganzen zu verwenden. Diese Praxis geht auf die Versuche in buddhistischen Klöstern zurück, chinesische Texte auf Japanisch zu adaptieren. Heute werden Kanji vorwiegend zum Schreiben der bedeutungstragenden Teile der japanischen Vokabeln verwendet, während Hiragana vorwiegend die grammatischen Bestandteile und Lautmalereien gebraucht werden. Mit Katakana schreibt man überwiegend Fremdwörter aus westlichen Sprachen.
Warum heißen die chinesischen Zeichen Kanji?![]() Die Bezeichnung „Kanji“, chinesisch „Hanzi“ geht auf die Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 220 n. Chr.) zurück, von der auch die größte Bevölkerungsgruppe Chinas, die Han-Chinesen, ihren Namen ableitet und die für diese Bevölkerungsgruppe die identitätsstiftende Phase ihrer Geschichte bedeutet. Die chinesische Schrift existierte in ihren frühen Formen bereits nachweislich seit ca. 1600 v. Chr., einige archäologische Funde scheinen sogar auf erste Schriftformen im siebten vorchristlichen Jahrtausend hinzudeuten. Nach der Einigung Chinas durch die Qin-Dynastie (221 v. Chr. bis 207 v. Chr.) wurde im Zuge der Einführung einer zentralistischen Verwaltung und des Beamtenapparats auch die Schrift stark vereinheitlicht. An die Stelle der bis dahin hauptsächlich verwendeten Siegelschrift trat die durch rechteckige Grundformen und gerade Linien geprägte Kanzleischrift, die mit dem Pinsel sehr viel schneller geschrieben werden konnte. Diese Entwicklung setzte sich unter der darauffolgenden Han-Dynastie fort, so daß sie als die Zeit angesehen werden kann, in der sich eine einheitliche Verwaltungs- und Schriftsprache, die gemeinsame Kultur der Han-Chinesen und die Schrift, die bis heute nur noch geringfügig geändert wurde, herausbildete. In die Han-Zeit fällt auch die Erfindung des Papiers, das sich als Schreibmaterial schnell durchsetzte und natürlich die Entwicklung der Schrift zu ihrer jetzigen Form entscheidend beeinflußte. Vorher wurde zwar schon mit dem Pinsel geschrieben, man verwendete aber zuerst Holztäfelchen, dann Tuch, um darauf zu schreiben. Um das Jahr 100 n. Chr. wurde auch das erste chinesische Zeichenlexikon, das Shuowen jiezi zusammengestellt. Daher gab diese Epoche vielen Errungenschaften ihren Namen, wie zum Beispiel der „Han-Schrift“, den „Kanji“. Darüberhinaus fallen die ersten historisch belegten Kontakte Japans mit China in die späte Han-Zeit, ins erste nachchristliche Jahrhundert. In Japan wird daher in Wortkombinationen oft die Bezeichnung „Kan“, die auf die damalige chinesische Aussprache des heutigen „Han“ zurückgeht, als Synonym für China benutzt. Neben „Kan“ findet man oft auch das das Zeichen der späteren Tang-Dynastie (618 bis 907), mit der japanischen Lesung „Kara“ als Bezeichnung für Chinesisches, so z. B. In einer möglichen Schreibung von „Karate“, der „Tang-Hand“ oder „Karaage“, sozusagen „Fritiertes nach Tang-Art“.
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